Katholische Gemeinde Deutscher Sprache

Budapest

Impuls April

„Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat,
wir wollen jubeln und uns an ihm freuen!


Dies ist der Tag der Auferstehung!
Lasst uns um dieses Festes willen Freude verbreiten
und uns einander umarmen.
Lasst uns auch die „Brüder“ nennen, die uns hassen.
Lasst uns um der Auferstehung willen alles vergeben
und so rufen:

Christus ist auferstanden von den Toten,
im Tode hat er den Tod zertreten,
und den Toten in den Gräbern das Leben geschenkt!“


(aus dem orthodoxen Osterhymnus)


Liebe Gemeinde, liebe Freunde,


Frühling für die Seele.


40 Tage lang begleiten wir in dieser österlichen Erneuerungszeit – oder österlichen Bußzeit, Fastenzeit – das Volk Israel auf seinem herausfordernden, zehrenden vierzigjährigen Weg durch die unwegsame Wüste. Ein Weg durch Dürre, Trockenheit, Todesfurcht, durch Entbehrung und Trotz, durch Murren und Auflehnung. Ein Weg, bei dem zeitweise in Vergessenheit zu geraten scheint, was dieser Weg doch eigentlich ist: ein Weg der Befreiung, ein Weg in das Land, in dem Milch und Honig fließen, ein Weg in das neue Leben. In die Freiheit, unter dem erquickenden, lebensspendenden Schutz eines Gottes, aus dem Ströme lebendigen Wassers fließen.

40 Tage lang begleiten wir Jesus auf seinem Weg durch die einsame, drohende, vertrocknete Wüste. Ein Weg der Entsagung, des herausgefordert Werdens, der Versuchung, der Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Bösen. Ein Weg, der ihn widerstehen und standhalten lässt – der teuflischen Illusion mit weltlicher Macht ausgeübter universeller Herrschaft, dem Drang, Gott auf die Probe zu stellen. Ein Weg, der ihn stark macht und bestärkt, einen neuen Weg zu gehen, von einem neuen Weg zu künden, einen neuen Weg zu weisen: den Weg ins Leben, der sich nicht von Vertrocknetem, Verrohtem, Verderblichem aufhalten lässt, der selbst den Tod in die Schranken weist, der Gräben und Gräber überwindet.


Frühling für die Seele.


Wärmende Sonnenstrahlen, zaghaftes Knospen saftigen Grüns, behutsames Blühen um uns herum künden vom Aufbruch der Natur. Vertrocknetes wandelt sich in Zeichen neuen Lebens. Lebensgeister erwachen, Neues bahnt sich an. Gleichzeitig erzählt auch dieser Frühling von einer Welt, die bedroht, zerbrechlich erscheint. Die ihren Weg auch immer wieder durch die Wüste zu ziehen scheint. So viel Tod, so viel gewaltsames Gegeneinander, so viel lebensfeindliche Ausübung von Macht oder Selbstherrlichkeit.

Worauf lenkt sich mein Blick in meiner eigenen kleinen Welt, umhüllt von der großen so oft sorgenerfüllten großen Welt? Lasse ich meinen Blick trüben von dem, was verdorrt oder vertrocknet erscheint, lasse ich mein Herz erkalten von sengender Wüstenerfahrung?

Oder lasse ich meinen Blick weiten von allem, was immer wieder blüht, immer wieder aufbricht auch in meinem Leben?

Lasse ich mein Herz singen und jubeln vom Tag den der Herr gemacht hat, auch in meinem Leben. Lasse ich mich führen zu den Strömen lebendigen Wassers?

So viel Erfahrung liebevoller Gemeinschaft, so viel Geschenk göttlicher Nähe, so viel frühlingshaftes Erwachen gelungenen Lebens.


Frühling für die Seele.


An Ostern schenkt Gott Frühling. Frühling für die Weltseele. Keine Todeserfahrung kann das von ihm gestiftete Leben aufhalten, keine Gewalt die Knospen und Blüten menschlicher Lebendigkeit verdorren lassen, keine noch so lange Durststrecke, noch so trockene Wüstenerfahrung den Weg in das neue Leben versperren.

An Ostern schenkt Gott Frühling. Frühling für meine Seele. Keine Erfahrung von Unversöhntem und Unversöhnlichem, keine Dürreperioden und Wüstenwege, keine Furcht oder Versuchung kann den österlichen Jubel, kann den göttlichen Klang zum Verstummen bringen: ich rufe dich in das neue Leben.


Frühling für die Seele.


Der wunderbare Osterhymnus der orthodoxen Kirchen lädt uns ein, den Grundton der göttlichen Lebens- und Liebesmelodie in uns zum Klingen zu bringen:


„Christus ist auferstanden von den Toten!

Im Tode hat er den Tod zertreten,
und den Toten in den Gräbern das Leben geschenkt!“


Lädt uns ein, auf diesem Grundton unsere je eigene Lebens- und Liebesmelodie zu singen:

Wir wollen jubeln und uns an ihm freuen. Lasst uns Freude verbreiten und einander umarmen.

Lasst uns alles vergeben und so rufen:

Dies ist der Tag der Auferstehung!


Möge die verbleibende österliche Erneuerungszeit, möge das nahende Osterfest diesen Grundton neuen Lebens in uns zum Klingen bringen, diese Erfahrung göttlichen Frühlings in uns blühen lassen, denn: Christus ist wahrhaft auferstanden!


Euer Pfarrer Christian Göbel.


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